Biografie
Ljubov Belych
Profil
- Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Künste (RAKh)
- Absolventin des Repin-Instituts, Meisterklasse Prof. A.A. Mylnikow
- Lebt und arbeitet in Bayern und Moskau
Ljubov Belych wurde 1961 in Kostroma geboren, als Tochter der Maler Alexei Pawlowitsch und Nadeschda Alexandrowna Belych. Kunst begleitete sie von Kindheit an — den ersten Malunterricht erhielt sie bei ihrem Vater. Mit zwölf Jahren wurde sie an der Moskauer Mittleren Kunstfachschule am Surikow-Institut aufgenommen.
Von 1980 bis 1986 studierte sie am Repin-Institut für Malerei, Skulptur und Architektur in Leningrad in der Klasse für Monumentalmalerei bei Professor A. A. Mylnikow. In den Jahren 1987 bis 1990 setzte sie ihre Ausbildung in der Kreativwerkstatt der Akademie der Künste der UdSSR in Moskau bei den Akademiemitgliedern A. P. und S. P. Tkatschow fort. 1988 wurde sie in den Künstlerverband der UdSSR aufgenommen.
1996 übersiedelte sie nach Bayern, wo sie seither mit ihrem Mann lebt. Ihr Schaffen bewegt sich zwischen München und Moskau — zwischen zwei Kulturen, die ihr Werk gleichermaßen prägen. Die russische akademische Tradition verbindet sich in ihren Arbeiten mit westeuropäischen Einflüssen.
„Die Aufgabe des Malers ist es, in Gewöhnlichem etwas Ungewöhnliches zu finden.“
Ihre thematischen Schwerpunkte sind Porträt, Landschaft sowie Kindheit und Familie. Ihre Werke befinden sich in vier staatlichen Museen in Russland, darunter das Kostromaer Kunstmuseum und das Moskauer Museum für moderne Kunst. 2019 wurde sie als Korrespondierendes Mitglied in die Russische Akademie der Künste aufgenommen — eine der höchsten institutionellen Anerkennungen für bildende Künstler in Russland.
Lebenslauf
Geburt in Kostroma, Russland — Tochter der Maler Alexei Pawlowitsch und Nadeschda Alexandrowna Belych
Abschluss der Moskauer Mittleren Kunstfachschule am Surikow-Institut
Studium am Repin-Institut, Leningrad — Klasse Prof. A. A. Mylnikow (Monumentalmalerei)
Kreativwerkstatt Malerei der Akademie der Künste der UdSSR, Moskau — bei den Brüdern A. P. und S. P. Tkatschow
Aufnahme in den Künstlerverband der UdSSR
Diplom der Russischen Akademie der Künste — Umzug nach Deutschland
Ernennung zur Ehrenakademikerin der Russischen Akademie der Künste
Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Künste, Abteilung Malerei
In den Medien
Russischer Kultursender über Ljubov Belych
Nowosti Kultury — Sendung vom 14. Januar 2019. Beitrag über die tatarische Liebeslegende und weitere Kulturereignisse.
Über die Künstlerin
Ljubov Belych wurde 1961 in der Stadt Kostroma als Tochter der Maler Alexej Pavlovitsch und Nadeshda Alexandrovna Belych geboren.
Die Welt der Kunst begleitete sie von klein an. Luba sah oft ihre Eltern bei der Arbeit, sie beobachtete, wie konzentriert ihre ältere Schwester Vera am Klavier übte. In der Familie herrschte ein kreatives Ambiente. Kinderbücher und Bücher über Kunst standen zusammen auf den Regalen. Von Kindheit an war das Malen Lubas Lieblingsbeschäftigung. Seit sie neun Jahre alt wurde, wollte sie das Kunsthandwerk erlernen. Obwohl die Eltern ihre Tochter mit Stiften, Wasserfarben und Zeichenpapier in Hülle und Fülle versorgten, wollten sie ihre Berufswahl in keinerlei Hinsicht beeinflussen, denn sie waren fest davon überzeugt, dass man dafür außer Liebe zur bildenden Kunst und großem Fleiß auch noch Talent braucht. Erst nachdem die Eltern in den Zeichnungen ihrer Tochter eine offensichtliche außergewöhnliche Begabung entdeckt hatten, erlaubten sie ihr, eine Kinderkunstschule zu besuchen, wo die Entfaltung ihrer Begabung schnell voranging. Mit zwölf Jahren wurde sie Schülerin der berühmten Moskauer Kunstmittelschule an der Moskauer Surikow-Hochschule für bildende Künste. Nachdem sie die Schule in Moskau absolviert hatte, ging Luba nach Leningrad (das heutige Sankt-Petersburg), um das Studium in der berühmten Akademie für bildende Künste – Leningrader Kunsthochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur – aufzunehmen. Es war schwer und prestigeträchtig, dort studieren zu dürfen. Luba bestand glänzend die Aufnahmeprüfungen. Als einzige der 400 Abiturienten bekam sie die höchste Note für die freie Komposition. Es war eine Ausnahme im Regelwerk der Hochschule, da die Aufnahmearbeiten der Abiturienten prinzipiell nicht mit „sehr gut“ bewertet werden sollten. Luba lernte eifrig. Im dritten Studienjahr wurde sie in die Werkstatt für die Wandmalerei von Prof. Mylnikov aufgenommen. Das Studium in dieser Werkstatt galt als großes Privileg, es zeichnete sich durch eine strenge Disziplin und durch eine größere Belastung als in den Werkstätten für die Tafelmalerei aus. Studenten der Werkstatt für die Wandmalerei mussten – außer Aufgaben in der Tafelmalerei – Arbeit mit verschiedenen Materialien erlernen und üben, architektonische Zeichnungen für Kompositionsstudien anfertigen, diese Kompositionen in Fragmenten ausführen.
Das im Laufe des Studiums angeeignete Können wurde eine feste Grundlage zur Weiterentwicklung ihres künstlerischen Talentes. Seit ihren ersten selbstständigen Schritten in der Kunst zeigte sie sich als hervorragende Malerin. Ihre Arbeiten wurden für die namhaften Ausstellungen aufgenommen, in den Kunstzeitschriften reproduziert. Der Beginn ihrer künstlerischen Berufstätigkeit fiel auf die schwierige Perestroika-Zeit. Land und Gesellschaft wurden von politischen Erschütterungen heimgesucht. Das System des Staatsauftrags für Künstler hörte auf zu existieren. Es gab praktisch keine Nachfrage für die Wandmalerei. In dieser unruhigen Zeit beschloss Luba, ihre ganze Kraft auf die künstlerische Tätigkeit zu konzentrieren. Sie wollte dem nicht immer guten Publikumsgeschmack nicht nachlaufen, wurde kein kommerzieller Maler, die es zu jener Zeit in Überfluss gab. Sie wusste ihr Talent zu schätzen und verschwendete es nicht der Kleinigkeiten und momentaner Effekte wegen. Die Hauptsache für sie war, ihren eigenen Weg in der Kunst, ihre eigenen Themen, ihre eigene Art zu malen zu finden. Diese hohen Bestrebungen zahlten sich aus. Ljubov Belych ist heute eine anerkannte Meisterin auf den Gebieten der Portrait-, Landschafts- und Genremalerei. Ihre Arbeiten, die sich immer nach Stil und Ausführung erkennen lassen, wurden von der Kritik mehrmals für das hohe Können ausgezeichnet. Mehr als einmal wurde sie mit Diplomen und Auszeichnungen auf internationalen Kunstausstellungen und Festivals geehrt. Ihre Gemälde sind in den Museen in Moskau (im Museum der Modernen Kunst), in Sankt-Petersburg, Kostroma, Rjyzan, Sergijev Posad und in vielen privaten Sammlungen in Russland und anderen Ländern zu finden. 2009 wurde Ljubov Belych von der Kunstakademie der Titel des Ehrenakademiemitgliedes als Zeichen der Anerkennung ihres Beitrages in die heimische Kunst verliehen. Die Malerin hält die Liebe zur Kunst für den Hauptgrund ihres beruflichen Erfolges. Gerade dieses Gefühl gibt ihr Kraft, unermüdlich weiter zu arbeiten, denn ohne konsequente Arbeit bringt das Talent keine Früchte.
In ihrer Landschaftsmalerei zeigt Ljubov Belych die wahrhafte Verehrung der Größe und der Perfektion der Natur. Das ist kein künstliches, sondern ein reales und natürliches tief persönliches Gefühl. In der Portraitmalerei kommt eine andere Facette der künstlerischen Begabung der Malerin zum Ausdruck, ihre Gabe, in das Wesentliche des Charakter des Portraitierenden zu gelangen. Ihre Genrebilder, die dem Thema der Kindheit gewidmet sind, werden von Wärme und Licht durchdrungen, besitzen eine originelle Komposition und Auslegung der Figuren. Alle ihre Arbeiten sind ohne Ausnahme durch eine besondere darstellende Ästhetik gekennzeichnet, deuten auf den guten Geschmack und auf die Professionalität ihrer Autorin hin. Jedes Gemälde ist ein kleines Fragment dieser Welt, vollkommen in seinem künstlerischen Ausdruck.
Elena Novikof, Kunstexpertin